Kinderzeche Dinkelsbühl

Die Kinderzeche in Dinkelsbühl ist ein Kinder- und Heimatfest, das auf ein im 17. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähntes Schulfest zurück geht. In dem, seit 1897 auf geführten Fest spiel wird eine lokale Sage nach gespielt, nach der im Dreißigjährigen Krieg Dinkelsbühler Kinder die Stadt vor den Schweden gerettet haben sollen. Sie steht im Zusammenhang mit der Belagerung der Stadt im Jahre 1632.

Das historische Festspiel lässt unter Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern der Klassen eins bis acht aller Dinkelsbühler Schulen und von weiteren 1100 Aktiven die Ge schichte der Stadt lebendig werden.

Die Kinderzeche findet jährlich an den Wochenenden um den dritten Montag im Juli statt. Das Festspiel wird insgesamt sieben Mal aufgeführt. An beiden Sonntagen sowie am Montag schließt sich dem ein Festzug an, an dem historische Gruppen und Schulklassen der Jahrgangsstufen eins bis acht teil nehmen. Um dem Ursprung des Festes als Kinderfest Rechnung zu tragen, werden am Dienstag alle teilnehmenden Kinder mit der sogenannten Dinkelsbühler Kinderzech-Gucke, einer mit Süßigkeiten gefüllten Tüte, beschenkt.

Außerdem werden an mehreren Tagen historische Kinder- und Reigentänze aufgeführt. Um all dies zu organisieren, beginnen in der Regel jedes Jahr um Ostern Proben und Vorbereitungen für das Fest. Dinkelsbühl ist eine Stadt der Parität. Diese wurde der Stadt im Westfälischen Frieden zugestanden. Sie stellte damit eine absolute Besonderheit im Alten Reich dar, das bis 1806 existierte. Die Parität bedeutete die gleichberechtigte Teilhabe an den innerstädtischen Entscheidungsprozessen für beide Konfessionen. Für die Protestanten der Stadt war das ein großer Erfolg, da sie, trotz ihrer zahlenmäßig deutlichen Über zahl bis 1648 nur wenig, in der ers ten Hälfte des 17. Jahrhunderts dann kein Mitspracherecht im Stadtmagistrat gehabt hatten.

Durch die Historisierung der Kinder zeche in der Zeit um 1897 und der damit verbundenen Schaffung des historischen Festspiels wurde den im Glauben tief gespaltenen Bürgern die Möglichkeit er öffnet, ohne Rücksicht auf Konfessionen, gemeinsam die Geschichte der Stadt im Rahmen eines Heimatfestes zu feiern.

Quelle: Stadt Dinkelsbühl