Rutenfest Ravensburg

Heute steht am Rutenfest der große Festzug durch die Stadt an erster Stelle des Besucherinteresses. Vor 300 Jahren dagegen war der Rutengang eine höchst einfache Veranstaltung, an der außer den Eltern der beteiligten Schülern höchstens ein Teil der Bürgerschaft mitzog. Erst im 17. Jahrhundert hielten es dann auch Honoratioren – vor allem der Rat – nicht mehr unter ihrer Würde, selbst mitzuwirken. Der Zug zieht seit dem 16. Jahrhundert zum Festplatz auf der Kuppelnau.

Zehntausende von Menschen säumen heute alljährlich die festlich geschmückten Straßen und Plätze, durch die sich der über zweistündige Zug von kostümierten Schülern, Dutzenden prächtiger Festwagen, Musikkapellen und Trommlerkorps bewegt.
In diesem farbenprächtigen Bilderbogen spiegeln sich Sage, Gesicht und Geschichte der Stadt wider, leben alte Zünfte auf und wird originalgetreu dargestellt, was die alten Ravensburger gearbeitet und gebaut haben, wie sie sich gekleidet und woran sie sich ergötzt haben.

Längst ist das Rutenfest ein Fest der gesamten Stadt. Immer noch aber stehen die Schüler im Mittelpunkt des Festes, und der belaubte Zweig – die Rute – in der Hand der Schüler ist das Festsymbol geblieben. Brauchtum als Ausdruck eines historischen Gefüges hat daher seit vielen Jahrhunderten unser Heimatfest geprägt und immer wieder neu bestätigt.

Quelle: Frank Steffen, Ravensburg

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