Schützenfest Biberach

In seinem Ursprung ist das Biberacher Schützenfest ein Schulfest, das von den beiden Konfessionen getrennt gefeiert wurde. Da der Zug die Schulkinder zum Schützenhaus, dem heutigen Schützenkeller auf dem Schützenberg führte, erhielt dieses Schulfest schließlich den Namen »Schützenfest«.

Die moderne Entwicklung des Schützenfestes fällt ziemlich genau mit dem Ende der reichsstädtischen Selbstständigkeit zusammen. Erstmals 1802 erklang der Choral »Rund um mich her ist alles Freude«; sehr bald wurde dieser zum Festlied aller Biberacher. Es folgten – erst unter badischer, dann unter württembergischer Herrschaft – einige Jahrzehnte tastender Entwicklung, bis sich in der Biedermeier-Zeit die heutigen Grundzüge herausbildeten. So gibt es seit 1810 für die Kinder eine Lotterie ohne Einsatz, die sogenannte »Ziehung«, bei der jedes Los gewinnt.

Der Festzug war anfangs eine Art Blumen- und Fahnenkorso. Trommler traten erstmals 1816 auf. Aus der Knabenkapelle von 1821 ging die heutige »Kleine Schützenmusik« hervor. Endgültig als gemeinsame Veranstaltung beider christlicher Konfessionen erschien »Schützen« 1824. Die Trägerschaft sowie die Durchführung liegen seit 1834 in den Händen der Schützendirektion. Dieses Gremium ist im Laufe der Zeit von drei auf mehr als vierzig ehrenamtlich tätige Mitglieder zuzüglich einer ganzen Reihe von Schützenbeiräten angewachsen. Der »Bunte Festzug« am Schützenmontag bietet ein jährlich wechselndes Bild. Jede Biberacher Schule wählt sich selbst ein Thema aus und gestaltet es mit viel Fantasie und Kreativität. Der Wettbewerb unter den Schulen um die beste Darstellung hat sehr zum hohen Niveau des Festzugsbeigetragen.

Während seiner neuntägigen Dauer präsentiert sich das Biberacher Schützenfest mit Darbietungen von hohem kulturellen Anspruch, mit historischen Großveranstaltungen, mit Lustbarkeiten für die Kinder sowie natürlich auch mit Angeboten von Volksfestcharakter. Die angestammten wie auch die zugezogenen »Biber« lieben ihre »Schützen« als den Höhepunkt eines jeden Jahres.

Quelle: Stiftung Schützendirektion Biberach